Warum ist es sinnvoll einen Welpenkurs zu besuchen und wann ist der richtige Zeitpunkt für die „Einschulung“ des Welpen?

Die Entwicklung von Welpen verläuft in verschiedenen Phasen. Von besonderer Bedeutung ist die sog. Sozialisierungsphase, die ca. in der 5. Lebenswoche beginnt und bis in die 18. Lebenswoche hinein andauert. Alles, was der kleine Welpe in dieser Zeit erfährt und lernt, hat einen enormen Einfluss auf sein gesamtes Hundeleben.

Züchter und frischgebackene Welpenbesitzer sollten sich diese kostbare Zeit unbedingt zu Nutze machen. Wie gut oder schlecht der erwachsene Hund später in seiner Umwelt zurechtkommt, ist stark abhängig von den Erfahrungen, die er in diesem Zeitraum macht – oder eben auch nicht macht.

In der Sozialisierungsphase entwickelt sich das gesamte Verhaltensrepertoire des erwachsenen Hundes. Sie ist gekennzeichnet durch:

  • eine große Umweltoffenheit
  • eine erhöhte Lernbereitschaft
  • eine dauerhafte Speicherung von Erfahrungen

Der Welpe sollte in dieser Phase unbedingt die unterschiedlichsten Menschen (große, kleine, alte, junge), Radfahrer, Jogger, Skater, spielende Kinder, etc. kennenlernen. Ebenso sollte er an unterschiedlichste Geräusche gewöhnt werden. Kontakt zu Artgenossen ist sehr wichtig, andere Tiere (Katzen, Pferde, Hasen…) sollte er idealerweise auch kennenlernen dürfen.

  • Kontakt zu Artgenossen ist zwingend notwendig. Der kleine Welpe muss andere Hunde kennenlernen und mit ihnen kommunizieren dürfen
  • Der Welpe lernt viele andere Hunderassen kennen, die aufgrund ihres spezifischen Erscheinungsbildes jeweils unterschiedlich kommunizieren
  • Gemeinsame Erlebnisse fördern die Beziehung zwischen Welpe und Besitzer
  • Der Welpe lernt, Frust auszuhalten
  • Es werden Übungen zur Impulskontrolle gemacht. Der Welpe lernt, nicht jedem Bewegungsreiz unreflektiert zu folgen.
  • Erlernen der ersten Kommandos (Sitz, Platz, Bleib…)
  • Je nach Gruppengröße wird die Welpengruppe von mindestens einem erfahrenen Trainer moderiert.
  • Die Welpen dürfen sich in diesem „geschützten“ Rahmen ausprobieren.
  • Aggressives Verhalten wird kontrolliert zugelassen, so lernt der Hund z.B. die wichtige Beißhemmung gegenüber Artgenossen.
  • Nimmt aggressives oder überdrehtes Verhalten überhand, wird der Trainer es angemessen unterbrechen.
  • Die Hundebesitzer werden im Lesen der Körpersprache und des Ausdrucksverhaltens ihres Welpen geschult.
  • Während der Stunde werden allgemein relevante Themen wie Stubenreinheit, Alleinebleiben etc.angesprochen.

Es werden Verhaltensweisen „geübt“, die der Welpe im „erwachsenen“ Leben benötigt (Jagdverhalten, Sexualverhalten, Fluchtverhalten, Angriffsverhalten, Verteidigungsverhalten, Spielverhalten)

  • Motorische Fähigkeiten werden gestärkt und Bewegungsabläufe perfektioniert
  • „Kampfspiele“ sind bei Welpen besonders beliebt – hier sammeln sie früh Erfahrungen im Bereich Konfliktbewältigung und –vermeidung
  • Er lernt auf die Signale der Spielkameraden zu achten – und umgekehrt
  • Er lernt spielerisch mit „Frust“ umzugehen , wenn er mal nicht zum „Zug“ kommt, weil der Kumpel gerade keine Lust mehr hat oder mit einem anderen Welpen spielt
Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit von einigen Tagen darf der junge Hund den Welpenkurs besuchen. Aufgrund des oben beschriebenen relativ kurzen Zeitfensters der Sozialisierungsphase sollte der Einstieg in den Kurs zwischen der 9.-11. Woche liegen. Somit bleibt dem Welpen genügend Zeit, die für ihn so wichtigen Erfahrungen zu sammeln. Auch wenn das Immunsystem von jungen Hunden per se noch nicht voll entwickelt ist, so sollte die wichtige, zeitlich begrenzte Sozialisierungsphase unbedingt so weitgehend wie möglich genutzt werden.
Diese Frage ist relativ kurz und bündig zu beantworten:

Sofort, mit dem Einzug im neuen Zuhause.

Damit ist nicht gemeint, dass der Welpe nun möglichst schnell viele Kommandos erlernt und perfekt bei Fuß gehen soll. Vielmehr geht es darum, dass der kleine Welpe die Erfahrung macht, Menschen an seiner Seite zu haben, die ihn sicher durch das Leben führen und ihm Orientierung und Halt geben. Dazu gehört auch, dem süßen Wonneproppen Grenzen aufzuzeigen, denn wenn er beispielsweise immer wieder und immer heftiger im Spiel seine spitzen Zähnchen in unserem Arm versenkt, baucht er die Rückmeldung seines Menschen, dass dieses Verhalten a)schmerzhaft und b)unerwünscht ist.

Zusätzlich zur Teilnahme am Welpenkurs unterstützt die Hundeschule “Coole Socken” Dich ebenfalls gerne mit Einzelcoaching im Gelände oder bei Dir zu Hause. Hier können wir gezielt auf Deine spezielle Situation eingehen. 

Wir möchten Dich bestmöglich auf Deinem Weg hin zu einer harmonischen Mensch/Hund-Beziehung begleiten!